Guada, eine talentierte Tätowiererin aus Spanien, macht sich in der Tattoo-Welt mit einer vielfältigen Auswahl an Stilen und einer Leidenschaft für ihr Handwerk einen Namen. Von Cádiz aus lässt sie sich von modernen Trends inspirieren, bleibt aber ihren künstlerischen Wurzeln treu. In diesem Interview gibt sie Einblicke in ihre Reise, von ihrem ersten Tattoo bis zu ihren Zukunftsplänen.
Woher kommst du? Wo arbeitest du derzeit und nimmst Termine entgegen?
- Ich komme aus Spanien und arbeite derzeit in einem Tattoo-Studio in Cádiz namens Tekken Tattoo. Termine nehme ich über meine Website und soziale Medien entgegen.

Ist Tätowieren für dich Kunst, ein Job oder etwas anderes?
- Für mich geht Tätowieren über Kunst hinaus; es wird zu einer Lebensweise, die den größten Teil meiner Zeit in Anspruch nimmt und meine täglichen Erfahrungen prägt.
Wann hast du zum ersten Mal darüber nachgedacht, dir ein Tattoo stechen zu lassen, und wie ist das ausgegangen?
- Ich habe zum ersten Mal darüber nachgedacht, mir ein Tattoo stechen zu lassen, als ich 18 Jahre alt war. Mein erstes Tattoo war ein kleiner Mond auf meinem Finger. Es war nicht die beste Erfahrung, weil ich damals nicht viel über professionelle Tattoo-Studios wusste. Das Ergebnis war nicht so perfekt, wie ich es mir erhofft hatte. Diese erste Erfahrung weckte jedoch mein Interesse an der Welt des Tätowierens. Trotz der Mängel machte es mich neugierig und motivierte mich, mehr über Tattoo-Kunst, richtige Techniken und die Bedeutung der Wahl eines erfahrenen Künstlers zu erfahren. Dieser erste Schritt, obwohl unvollkommen, brachte mich auf den Weg, eine tiefe Leidenschaft für Tattoos zu entwickeln.

Hattest du Lehrer, oder bist du Autodidaktin?
- Ich hatte das Glück, für verschiedene Tattoo-Studios in meiner Stadt zu arbeiten und dort einige talentierte Künstler kennenzulernen, aber ich bin auch weitgehend Autodidaktin. Ich verbringe viel Zeit damit, meine Technik zu perfektionieren und neue Stile selbst zu lernen.

Was ist für dich das Wichtigste beim Tätowieren?
- Kundenzufriedenheit und die Qualität der Arbeit sind für mich das Wichtigste. Ich möchte, dass sich jede Person mit ihrem Tattoo glücklich und wohlfühlt. Das ist die perfekte Formel, um treue Kunden zu gewinnen.

Dein Portfolio spiegelt moderne Tattoo-Trends wider: Anime, Neo-Tribal, Graphic, Realismus. Erzähl uns, warum du diese Stile gewählt hast.
- Ich fühle mich zu diesen Stilen hingezogen, weil sie eine breite Palette an Ausdrucksmöglichkeiten bieten. Anime ermöglicht es mir, meine Kreativität mit verschiedenen Ressourcen zu entwickeln, während andere Stile wie Neo-Tribal es mir ermöglichen, mit anatomischen Formen zu experimentieren.
Welcher Tattoo-Stil begeistert dich am meisten?
- Das hängt von der Epoche ab, aber in letzter Zeit habe ich es genossen, große Neo-Tribal-Stücke und kleine Arbeiten mit metallischen Effekten zu kreieren.

Es gibt viele Diskussionen unter Tätowierern über Neo-Tribal. Erzähl uns als Spezialistin, die in diesem Stil arbeitet, etwas darüber.
- Der Neo-Tribal-Stil ist eine moderne Weiterentwicklung traditioneller Tribal-Tattoos. Obwohl einige ihn als einen flüchtigen Trend ansehen mögen, bleibt er relevant. Modetrends wiederholen sich mit frischen Interpretationen, und klassische Tribal-Tattoos sind mit einem neuen Schliff als Neo-Tribal wieder da. Tattoos spiegeln die Ära wider, in der wir leben, und meiner Meinung nach fängt dieser Stil besonders den Tattoo-Boom und den Ideenaustausch unter Künstlern ein, den er ausgelöst hat.
Wie entstehen deine Projekte? Arbeitest du öfter nach der Idee des Kunden oder nach deiner eigenen?
- Meine Projekte entstehen meist aus einer Zusammenarbeit zwischen dem Kunden und mir. Ich höre mir gerne ihre Ideen an und füge dann meine persönliche Note hinzu, um ein einzigartiges und bedeutungsvolles Design zu schaffen.
Neben dem Tätowieren arbeitest du auch am Einsetzen von Edelsteinen in Zähne. Erzähl uns, wie du zu dieser Arbeit gekommen bist und was dich daran reizt.
- Ich interessierte mich für Zahnschmuck als Erweiterung meines Interesses an Körperkunst, nachdem ich diesen Trend in den USA entdeckt hatte. Mich reizt die Idee, dem Lächeln eines Menschen einen Hauch von Glanz und Luxus zu verleihen, und es ist eine unterhaltsame und kreative Art, neue Kunstformen zu erkunden.
Was ist mit Conventions? Erzähl uns von deinen Erfahrungen.
- Ich habe mehrere Tattoo-Conventions mit dem Studio besucht, für das ich gearbeitet habe. Dieses Jahr wird meine erste Convention als Resident-Tätowiererin sein, und ich kann es kaum erwarten!
Reist du viel außerhalb Spaniens? Wo gefällt es dir am besten? Und wohin planst du als Nächstes zu reisen?
- Ja, ich bin viel gereist! Meine nächsten Ziele werden Leipzig und Hannover sein, zwei Städte in Deutschland.

Ungewöhnliche Projekte oder Kollaborationen kommen in der Karriere jedes Tätowierers vor. Hattest du solche Ereignisse in deiner Karriere?
- Ja, ich habe einmal mit meinem Kollegen bei Tekken Tattoo zusammengearbeitet. Wir haben beide gleichzeitig dieselbe Person tätowiert. Ich freue mich aber auch darauf, einfach zum Spaß mit einem Freund zusammenzuarbeiten.

Was ist das Hauptziel deiner Reise? Teile deine Pläne für die Zukunft.
- Mein Hauptziel ist es, als Künstlerin weiter zu wachsen und schließlich mein eigenes Studio zu eröffnen. Derzeit plane ich, in die USA zu reisen, um neue Grenzen der Tattoo-Kunst zu erkunden und zu sehen, was die Welt des Tätowierens für mich bereithält.






