Sabrina ist eine belgische Tätowiererin aus Brüssel und die Künstlerin hinter One Percent Tattoo. Ihr Schwerpunkt liegt auf Black and Grey Realism, wobei ihre Arbeiten in den vergangenen Jahren immer konzeptueller geworden sind. In ihren Kompositionen finden sich zunehmend Bezüge zu klassischer Kunst, Skulpturen und Geometrie sowie grafische Elemente.
Sabrina begann erst vor relativ kurzer Zeit, professionell zu tätowieren, doch heute reisen Kundinnen und Kunden aus Belgien, Frankreich, der Schweiz, Luxemburg und anderen Ländern zu ihr. Ihre Arbeiten gehen häufig von der persönlichen Geschichte des jeweiligen Kunden aus. Statt Vorlagen wortgetreu zu reproduzieren, versucht sie jedoch, die ursprüngliche Idee in ihre eigene Bildsprache zu übertragen.
In diesem Interview spricht Sabrina über die Entwicklung ihres Stils, den Einfluss klassischer Kunst, die Arbeit mit den Geschichten ihrer Kunden und die Suche nach einer eigenen Bildsprache. Wie diese Sprache in der Praxis Gestalt annimmt, zeigt unser Gespräch mit Sabrina ebenso wie eine Auswahl ihrer Arbeiten.

Sabrina, wie bist du zum ersten Mal mit dem Tätowieren in Berührung gekommen, und wie begann dein Weg als Künstlerin?
– Ich kam im Januar 2022 zum ersten Mal mit dem Tätowieren in Berührung, als ein Tätowierer aus der Nähe von Antwerpen einige meiner Zeichnungen entdeckte, die ich auf Instagram veröffentlicht hatte, und von meiner Arbeit begeistert war. Diese Gelegenheit führte zu meiner ersten Ausbildung in einem Tattoostudio.
Leider konnte ich dort nicht lange bleiben. Damals hatte ich bereits zwei andere Jobs, und da die Ausbildung unbezahlt war, wurde es zu schwierig, alles miteinander zu vereinbaren. Deshalb musste ich das Tätowieren eine Zeit lang zurückstellen.
2023 beschloss ich, noch einmal anzufangen – diesmal auf eigene Faust. Ich begann, Freunde und Familienmitglieder kostenlos zu tätowieren, um zu üben, meine Fähigkeiten zu verbessern und mir langsam ein Portfolio von Grund auf aufzubauen.
Von da an entwickelte sich alles Schritt für Schritt weiter, und im Dezember 2024 wurde One Percent Tattoo offiziell gegründet. Das war der Moment, in dem ich mich entschied, mich ganz dem Tätowieren zu widmen und meine berufliche Laufbahn darauf aufzubauen.

Wie hat sich dein heutiger Stil entwickelt? Gab es einen bestimmten Moment, in dem dir klar wurde, welche visuelle Richtung du einschlagen wolltest?
– Mein Stil entwickelt sich noch immer weiter, und ich glaube, das wird wahrscheinlich immer so bleiben. Aber von Anfang an wusste ich, dass ich mich auf Black and Grey Realism konzentrieren wollte. Dieser Tattoo-Stil hat mich persönlich schon immer am meisten angesprochen und war zugleich die natürlichste Fortsetzung dessen, womit ich mich bereits seit Jahren beschäftigte.
Ich zeichne seit meiner Kindheit, und Realismus hat mich schon immer fasziniert. Mich begeisterte die Vorstellung, Tiefe, Textur, Emotionen und Details so präzise wie möglich wiedergeben zu können. Als ich mit dem Tätowieren begann, war der Realismus für mich daher beinahe eine intuitive Wahl.
Heute habe ich jedoch das Gefühl, in eine neue Phase meiner künstlerischen Entwicklung einzutreten. Ich interessiere mich immer stärker für konzeptuelle Kompositionen, bei denen der Realismus weiterhin die Grundlage bildet, das Gesamtbild aber unerwarteter und persönlicher wirkt.

Ich bewundere Künstler wie Oscar Akermo und Andrea Pellerone sehr für ihren Umgang mit Kompositionen, aber mein Ziel ist es nicht, ihre Arbeit nachzuahmen. Ich möchte meine eigene Bildsprache finden und eine unverwechselbare Handschrift entwickeln, die man sofort mit meiner Arbeit verbindet.
Von traditionelleren Kompositionen entfernte ich mich vor allem, weil ich mehr künstlerische Freiheit brauchte. Ich wollte nicht länger einfach nur wiedererkennbare Elemente anordnen, sondern Bilder schaffen, die auf individuellere Weise etwas vermitteln.
„Ich möchte meine eigene Bildsprache finden und eine unverwechselbare Handschrift entwickeln, die man sofort mit meiner Arbeit verbindet.“

Deine Arbeiten verbinden Realismus mit grafischen und konzeptionellen Elementen. Wie würdest du deinen Stil heute beschreiben?
– Heute würde ich meinen Stil als Black and Grey Realism mit einem zunehmend konzeptuellen und grafischen Ansatz beschreiben.
Realismus bildet nach wie vor die Grundlage all meiner Arbeiten. Details, Texturen, Kontraste und Anatomie sind mir sehr wichtig, ebenso wie die Fähigkeit, auf der Haut Bilder zu schaffen, die fast wie Fotografien wirken. Doch immer mehr reizt es mich, über reinen Realismus hinauszugehen und Kompositionen kreativer zu gestalten.
Mein Ziel ist es nicht, ein Bild einfach nur originalgetreu wiederzugeben, sondern eine Komposition mit einer eigenen Identität zu schaffen, die eigens für die Person entworfen ist, die sie trägt.
Ich würde sagen, mein heutiger Stil bewegt sich irgendwo zwischen Realismus und konzeptueller Komposition, doch ich betrachte ihn weiterhin als etwas, das sich entwickelt. Ich arbeite aktiv daran, meine Arbeiten weiterzuentwickeln und eine Bildsprache zu finden, die immer deutlicher als meine eigene erkennbar wird.

Welche Elemente werden mit der Entwicklung deines Stils deiner Meinung nach besonders charakteristisch für deine Arbeit?
– Ich denke, meine Arbeiten erkennt man vor allem daran, wie ich versuche, die Geschichte jedes einzelnen Kunden in die Komposition zu übertragen.
Ich nehme mir viel Zeit, um ihnen zuzuhören, wenn sie von ihren Erfahrungen, Emotionen und Erinnerungen, ihren Beziehungen und der Bedeutung des gewünschten Tattoos erzählen. Für mich sind diese Details genauso wichtig wie die visuellen Vorlagen.
Statt einfach nur etwas Schönes zu schaffen, versuche ich, eine Komposition zu entwickeln, die widerspiegelt, was die Person ausdrücken möchte und welche Gefühle dahinterstehen. Das fertige Werk soll persönlich und nicht beliebig wirken.
Diese emotionale Verbindung spielt in meinem kreativen Prozess eine große Rolle. Ich versuche, alles, was mir der Kunde erzählt, in eine Bildsprache zu übertragen, sodass das Tattoo mehr als nur ein Bild wird. Es wird zu einer Darstellung seiner Geschichte, interpretiert durch meine eigene künstlerische Vision.
„Das fertige Werk soll persönlich und nicht beliebig wirken.“

Welche Rolle spielen klassische Kunst, Skulpturen und historische Bildwelten in deinen Kompositionen? Was fasziniert dich an dieser Ästhetik?
– Als Italienerin habe ich mich Rom, der klassischen Bildhauerei sowie der Kunst des antiken Griechenlands und Roms schon immer sehr verbunden gefühlt. Diese Ästhetik fasziniert mich, seit ich denken kann.
Für mich entstanden in diesen Epochen einige der poetischsten, kraftvollsten und zeitlosesten Kunstformen, die je geschaffen wurden. Die Proportionen, die Bewegung, die Symbolik und die Emotionen klassischer Skulpturen haben etwas, das auch heute noch unglaublich aktuell wirkt. Ich persönlich glaube, dass die künstlerische Wirkung jener Epoche nur sehr schwer zu übertreffen ist.
Deshalb finden klassische Motive ganz selbstverständlich Eingang in meine Kompositionen. Wenn man mit solchen Vorlagen arbeitet, bringen sie bereits ein Gefühl von Harmonie, Stärke und Eleganz mit.
Diese Ästhetik durch das Tätowieren neu zu interpretieren, ist eine Möglichkeit, etwas Zeitloses in ein zeitgenössisches Medium zu übertragen. Sie verleiht jeder Komposition eine gewisse Kraft und Ausgewogenheit, lässt mir aber zugleich den Raum, sie durch meine eigene Vision und die Geschichte der Person, die ich tätowiere, zu verwandeln.

Du kombinierst häufig realistische Motive mit Linien, Geometrie und abstrakteren Elementen. Wie bringst du diese verschiedenen Bestandteile so ins Gleichgewicht, dass die Komposition dennoch wie aus einem Guss wirkt?
– Für mich ist das weniger eine Frage fester Regeln als vielmehr des Gefühls.
Wenn ich eine realistische Komposition um Linien, Geometrie oder abstraktere Elemente ergänze, orientiere ich mich nicht an einer festen Formel. Ich suche nach dem Punkt, an dem alle Elemente miteinander verbunden wirken und nichts den Eindruck erweckt, nur um seiner selbst willen hinzugefügt worden zu sein.
Ich muss das Gefühl haben, dass jedes Detail seinen Grund hat, genau dort sitzt, wo es hingehört, und die übrige Komposition unterstützt, statt mit ihr zu konkurrieren.
So sorge ich dafür, dass die Arbeit wie eine Einheit wirkt. Ich vertraue stark auf mein Auge und passe die Komposition so lange an, bis alle Elemente ausgewogen wirken, einander ergänzen und am richtigen Platz sind.

Welchen Stellenwert haben Bedeutung und Symbolik in deiner Arbeit? Beginnst du normalerweise mit einer Idee und entwickelst die Komposition um sie herum, oder steht das visuelle Konzept am Anfang?
– Bedeutung und Symbolik spielen in meiner Arbeit eine sehr wichtige Rolle, besonders weil die meisten meiner Kompositionen auf der persönlichen Geschichte des jeweiligen Menschen beruhen.
Normalerweise steht am Anfang die Idee. Ich höre mir an, was die Person ausdrücken möchte – welche Gefühle hinter dem Projekt stehen und welche Erinnerungen, Menschen oder Erlebnisse dargestellt werden sollen – und beginne dann, all das in eine visuelle Komposition zu übersetzen.
Die ästhetische Seite ist mir natürlich sehr wichtig, aber ich möchte nicht, dass ein Tattoo nur optisch schön ist. Hinter der Komposition soll eine Bedeutung stehen, und jedes Element soll zur Gesamtgeschichte beitragen.
Manchmal kann auch eine starke visuelle Idee die Richtung des Projekts beeinflussen, der Prozess kann also in beide Richtungen verlaufen. Meistens bildet jedoch die Bedeutung die Grundlage, aus der sich anschließend das visuelle Konzept entwickelt.

Wie läuft dein Prozess bei individuellen Projekten normalerweise ab? Wie viel von der ursprünglichen Idee kommt von der Kundschaft, und wie viel kreative Freiheit brauchst du?
– Bei individuellen Projekten liefert normalerweise die Kundschaft den Ausgangspunkt. Die Menschen erzählen mir ihre Geschichte und erklären mir die Bedeutung des Tattoos, nennen mir die Elemente, die sie gern einbeziehen möchten, und bringen manchmal einige Bildreferenzen mit, damit ich besser verstehe, welche Richtung ihnen vorschwebt.
Von da an brauche ich ein gewisses Maß an kreativer Freiheit, um diese Idee in eine Komposition zu übersetzen, die visuell funktioniert und sich dem Körper gut anpasst.
Ich möchte eine Vorlage nicht einfach exakt so reproduzieren, wie sie ist. Lieber versuche ich zu verstehen, was die Person ausdrücken möchte, und interpretiere es dann durch meine eigene künstlerische Perspektive neu.
Je mehr Freiheit ich bei der Komposition habe, desto besser kann ich mit Ausgewogenheit, Bildfluss, Kontrast und dem Zusammenspiel der einzelnen Elemente arbeiten. Die besten Projekte entstehen meist dann, wenn auf beiden Seiten Vertrauen herrscht: Die Kundschaft bringt die Geschichte und die Intention ein und lässt mich die stärkste visuelle Form finden, um beides darzustellen.
„Die besten Projekte entstehen meist dann, wenn auf beiden Seiten Vertrauen herrscht: Die Kundschaft bringt die Geschichte und die Intention ein und lässt mich die stärkste visuelle Form finden, um beides darzustellen.“

Gibt es in deinem Portfolio Projekte, die dir besonders viel bedeuten? Was sorgt für dich persönlich meist dafür, dass ein Projekt heraussticht?
– Ich glaube nicht, dass es in meinem Portfolio das eine Lieblingsprojekt gibt.
Besonders viel bedeuten mir meist die Projekte, bei denen mir die Kundschaft vollkommen vertraut und mir bei der Komposition völlige kreative Freiheit lässt. Wenn jemand mit einer Idee oder einer Geschichte zu mir kommt, mir aber erlaubt, sie auf meine eigene Weise zu interpretieren, habe ich das Gefühl, mich kreativ wirklich weiterentwickeln und meine Grenzen ausloten zu können.
Diese Projekte stechen hervor, weil ich nicht darauf beschränkt bin, eine bestimmte Vorlage nachzubilden oder sehr strikten visuellen Vorgaben zu folgen. Ich kann mich ganz darauf konzentrieren, die bestmögliche Komposition zu schaffen und gleichzeitig die Bedeutung des Tattoos zu wahren.
Dieses Maß an Vertrauen ist für mich unglaublich wertvoll. So wird das Projekt zu einer echten Zusammenarbeit, in der die Geschichte des Kunden und meine künstlerische Vision zusammenkommen – und zu diesen Arbeiten empfinde ich meist die stärkste Verbindung.

Welche Rolle spielen Tattoo-Conventions in deiner Karriere, und was geben sie dir über die Begegnung mit anderen Kunstschaffenden und dem Publikum hinaus?
– Tattoo Conventions waren tatsächlich schon Teil meines Lebens, bevor ich Tätowiererin wurde. Früher habe ich sie recht häufig besucht, einfach weil ich die Atmosphäre liebte, und ich habe dort auch mehrere meiner eigenen Tattoo-Projekte umsetzen lassen.
Seit ich professionell tätowiere, hatte ich allerdings erst einmal die Gelegenheit, selbst als Tätowiererin teilzunehmen: bei der Tattoo Convention Brüssel 2025. Für 2026 plane ich, wieder dabei zu sein.
Ich liebe die Energie auf Conventions. Abgesehen davon, dass man andere Kunstschaffende trifft und ein neues Publikum erreicht, ist es unglaublich inspirierend, von so vielen unterschiedlichen Stilen, Techniken und kreativen Persönlichkeiten an einem Ort umgeben zu sein. Dadurch entsteht eine ganz eigene Atmosphäre, die man im normalen Studioalltag so nicht erlebt.

Der Hauptgrund, warum ich nicht mehr Conventions besuche, ist tatsächlich sehr persönlich. Ich habe eine Hündin, die ich überallhin mitnehme, und es fällt mir schwer, mehrere Tage am Stück von ihr getrennt zu sein. Deshalb ist es für mich nicht immer realistisch, regelmäßig zu Conventions zu reisen.
Aber ich bin wirklich gern dabei, und wenn es sich gut einrichten lässt, weiß ich die Gelegenheit zur Teilnahme sehr zu schätzen.
Du möchtest dieses Jahr bei der Tattoo Convention Brüssel antreten. Welche Erfolge oder welche Anerkennung bedeuten dir in dieser Phase deiner Karriere am meisten?
– Bisher habe ich noch keine Auszeichnung gewonnen, aber das würde ich dieses Jahr sehr gern ändern. Ich hoffe, bei der Tattoo Convention Brüssel in der Kategorie „Bestes Black-and-Grey-Tattoo“ antreten zu können, und dort etwas zu gewinnen, würde mir natürlich sehr viel bedeuten. Allerdings sind die Erfolge, auf die ich am stolzesten bin, nicht unbedingt mit Wettbewerben verbunden.
Am meisten bedeutet es mir zu sehen, wie weit Menschen bereit sind zu reisen, um sich von mir tätowieren zu lassen. Meine Kunden kommen aus verschiedenen Ländern und sind stundenlang unterwegs, nur um sich von mir tätowieren zu lassen. Außerdem bin ich fast ein Jahr im Voraus ausgebucht.

Für mich ist diese Art von Vertrauen schon ein Erfolg an sich. Meine Arbeit liegt mir sehr am Herzen, aber ebenso die Menschen, die sich für mich entscheiden, und die Erfahrung, die ich ihnen vom Beginn des Projekts bis zum fertigen Tattoo biete. Zu sehen, dass Menschen dies so sehr schätzen, dass sie dafür reisen, warten und mir etwas Dauerhaftes anvertrauen, ist wahrscheinlich die bedeutungsvollste Anerkennung, die ich bekommen kann.
Natürlich würde ich eines Tages trotzdem gern noch eine Trophäe gewinnen.
„Für mich ist diese Art von Vertrauen schon ein Erfolg an sich.“
Hast du mit der Weiterentwicklung deines Stils auch Veränderungen bei deinem Publikum bemerkt? Reisen inzwischen mehr Kunden gezielt wegen deiner Arbeit an?
– Ja, auf jeden Fall. Je klarer sich mein Stil herausgebildet hat, desto gezielter kamen meiner Wahrnehmung nach auch Menschen gerade wegen meiner Arbeit zu mir.
Anfangs entdeckten vor allem Menschen aus der Region meine Arbeit. Mit der Zeit kamen jedoch immer mehr Kunden gezielt wegen meiner Herangehensweise an Black and Grey Realism und meiner Art, Kompositionen aufzubauen, zu mir.
Heute reisen Menschen aus verschiedenen Ländern an, um sich von mir tätowieren zu lassen. Manche sind dafür mehrere Stunden unterwegs oder planen gleich eine ganze Reise rund um ihren Termin. Meine Kunden kommen aus Belgien, Frankreich, der Schweiz, Luxemburg und noch weiter entfernten Ländern.
Für mich ist das eines der deutlichsten Zeichen dafür, dass meine Arbeit eine eigene Identität entwickelt hat. Die Menschen entscheiden sich nicht mehr nur wegen des Standorts oder weil ich für sie leicht zu erreichen bin für mich. Sie nehmen die Reise auf sich, weil sie sich von meinem Stil angesprochen fühlen und darauf vertrauen, wie ich ihre Ideen interpretiere.
Das bedeutet mir sehr viel, denn es zeigt, dass die künstlerische Richtung, die ich entwickelt habe, allmählich Menschen weit über Brüssel hinaus erreicht.

Wofür steht One Percent Tattoo heute für dich – für eine persönliche Marke, die Identität eines Studios oder etwas Größeres?
– Heute ist One Percent Tattoo vor allem meine persönliche Marke und die künstlerische Identität, die ich rund um meine Arbeit aufgebaut habe.
Für mich geht es dabei nicht wirklich um ein Studio. Der Name steht für meine Auffassung vom Tätowieren, meinen Umgang mit meinen Kunden, die Aufmerksamkeit, die ich jedem Projekt widme, und die Richtung, in die ich mich als Künstlerin entwickeln möchte.
Mit der Zeit ist daraus viel mehr geworden als nur ein Name, der mit meinen Tattoos verbunden ist. One Percent Tattoo steht für alles, was ich rund um meine Arbeit aufbaue – meinen Stil, meine Werte, meine Beziehung zu meinen Kunden und die Art, wie die Menschen meine Kunst erleben sollen.
Ich sehe darin auch etwas, das sich gemeinsam mit mir weiterentwickeln kann. Je klarer meine künstlerische Ausrichtung wird, desto stärker soll One Percent Tattoo diese Entwicklung widerspiegeln und schließlich für eine bestimmte Ästhetik, Qualität und Art des Gestaltens stehen, die Menschen sofort damit verbinden.
Für mich ist es also eine persönliche Marke, zugleich aber auch ein umfassenderes künstlerisches Konzept, das gemeinsam mit mir weiterwächst.

Wie möchtest du deinen Stil als Nächstes weiterentwickeln? Gibt es Ideen, Formate oder größere Projekte, die du noch erkunden möchtest?
– Ich möchte meine Arbeit noch viel stärker in Richtung konzeptueller Realismus entwickeln und weiterhin an einer Bildsprache arbeiten, die mir zunehmend persönlicher entspricht.
Ich möchte mehr mit unerwarteten Kompositionen, stärkeren Kontrasten zwischen realistischen und grafischen Elementen sowie unkonventionelleren Ideen experimentieren. Mein Ziel ist es, Arbeiten zu schaffen, die nicht nur technisch realistisch sind, sondern auch durch ihre Komposition sofort wiedererkannt werden.
Außerdem interessieren mich großformatige Projekte sehr. Komplette Sleeves, großflächige Arbeiten an ganzen Beinen, Rückenprojekte und umfassendere Körperkompositionen bieten mir viel mehr Raum, um eine Geschichte zu erzählen und etwas zu erschaffen, das einen wirklich in seine Welt hineinzieht.

Am meisten begeistert mich, genügend Raum und kreative Freiheit zu haben, um eine vollständige visuelle Welt zu erschaffen, statt nur ein einzelnes, isoliertes Bild.
Ich habe immer noch das Gefühl, gerade erst zu entdecken, was aus meinem Stil werden kann, und wahrscheinlich motiviert mich genau das am meisten. Ich möchte weiter experimentieren, Risiken eingehen und meine Kompositionen immer weiterentwickeln, bis jemand ein Tattoo sieht und sofort weiß, dass es von mir stammt.
„Ich möchte weiter experimentieren, Risiken eingehen und meine Kompositionen immer weiterentwickeln, bis jemand ein Tattoo sieht und sofort weiß, dass es von mir stammt.“





